Glossar IT für Entscheider: 40 Begriffe ohne IT-Sprech

Kreativteam arbeitet gemeinsam an einem Entwurf am Bildschirm

Das Angebot liegt auf dem Tisch, drei Seiten, und auf jeder stehen Wörter, die man nicht nachfragen mag: Endpoint Protection, MFA, RPO, Patch-Management. Man nickt, unterschreibt oder legt es weg – beides aus demselben Grund. Dieses Glossar ist für den Moment davor. Vierzig Begriffe, die in Angeboten, in Gesprächen mit IT-Dienstleistern und in den Fragebögen Ihrer Kunden auftauchen, erklärt in der Sprache, in der Sie auch über Ihr Geschäft reden.

Alphabetisch, ein Begriff pro Abschnitt, jeweils mit dem Satz, der für die Entscheidung zählt. Fehlt einer, den Sie gerade brauchen: Schreiben Sie uns, wir ergänzen ihn.

Von A bis Z

Active Directory / Entra ID

Das zentrale Verzeichnis, in dem Benutzer, Geräte und Rechte eines Unternehmens verwaltet werden. Active Directory läuft auf einem eigenen Server, Entra ID ist die Cloud-Variante von Microsoft. Wer sich morgens am Rechner anmeldet, tut das gegen dieses Verzeichnis.

Administratorrechte

Die Berechtigung, an einem Rechner oder System alles zu ändern – Programme installieren, Einstellungen umstellen, Schutz abschalten. Im Alltag sollte niemand damit arbeiten; Schadsoftware erbt die Rechte des Nutzers, der sie öffnet.

Awareness

Das Wissen der Mitarbeiter darüber, wie Angriffe aussehen und wie man sich verhält – meist vermittelt durch kurze Schulungen und simulierte Phishing-Mails. Die günstigste Schutzmaßnahme mit der größten Wirkung.

Backup

Eine Kopie von Daten aus der Vergangenheit, die sich nicht mehr verändert und aus der sich ein früherer Zustand wiederherstellen lässt. Kein Sync, kein RAID, kein Cloud-Speicher – siehe 3-2-1-Regel.

3-2-1-Regel

Drei Kopien der Daten, auf zwei verschiedenen Medien, davon eine außer Haus. Die Faustregel für ein Backup, das auch Brand, Diebstahl und Verschlüsselungsangriffe überlebt.

Bedingter Zugriff (Conditional Access)

Regeln in Microsoft 365, die festlegen, unter welchen Bedingungen eine Anmeldung erlaubt ist: nur mit zweitem Faktor, nur von verwalteten Geräten, nicht aus bestimmten Ländern. Der wirksamste Schutz gegen gestohlene Passwörter.

BSI

Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik. Die deutsche Behörde für IT-Sicherheit; veröffentlicht Warnungen, Empfehlungen und den IT-Grundschutz, an dem sich viele Standards orientieren.

Cloud

Rechenleistung und Speicher, die nicht im eigenen Haus stehen, sondern bei einem Anbieter gemietet werden – Microsoft 365, Google Workspace, Hetzner, AWS. Die Daten liegen dort, die Verantwortung dafür bleibt beim Unternehmen.

DIN SPEC 27076

Ein Standard für IT-Sicherheitsberatung in kleinen und Kleinstunternehmen. Er definiert Prüfbereiche – Organisation, Identitäten, Backup, Netzwerk, Endgeräte, Cloud und weitere –, entlang derer ein Sicherheitscheck strukturiert abläuft.

DMARC, DKIM, SPF

Drei Verfahren, mit denen eine Domain festlegt, wer in ihrem Namen E-Mails verschicken darf. Richtig gesetzt, verhindern sie, dass Angreifer Mails mit Ihrer Absenderadresse fälschen – und sie sorgen dafür, dass Ihre eigenen Mails nicht im Spam landen.

DSGVO

Datenschutz-Grundverordnung. Regelt den Umgang mit personenbezogenen Daten in der EU. Für die IT relevant: technische und organisatorische Maßnahmen (TOM), Meldepflicht bei Datenpannen innerhalb von 72 Stunden, Verträge mit Dienstleistern (Auftragsverarbeitung).

EDR

Endpoint Detection and Response. Der Nachfolger des klassischen Virenschutzes: beobachtet das Verhalten auf Rechnern und Servern, erkennt verdächtige Abläufe und kann sie stoppen. Wird von einem Menschen oder Dienstleister überwacht, sonst ist es nur ein Alarm, den niemand hört.

Endgerät (Endpoint)

Jedes Gerät, an dem Menschen arbeiten oder das Daten verarbeitet: Rechner, Laptop, Smartphone, Tablet, Drucker. Der Ort, an dem die meisten Angriffe beginnen.

Firewall

Ein Gerät oder Programm, das den Datenverkehr zwischen Netzen kontrolliert – zwischen Internet und Firmennetz, aber auch zwischen Bereichen im Haus. Der Router vom Internetanbieter ist keine Firewall im Unternehmenssinn.

Geldwäschegesetz (GwG)

Verpflichtet bestimmte Berufsgruppen – darunter Immobilienmakler – zur Identifizierung ihrer Vertragspartner und zur Aufbewahrung der Unterlagen. Für die IT: Ausweiskopien brauchen einen geschützten Ablageort und eine Löschroutine.

Härtung (Hardening)

Ein System so einrichten, dass es nur das kann, was es können muss: unnötige Dienste aus, Standardpasswörter weg, Rechte reduziert, Protokollierung an. Die Grundeinstellungen der meisten Systeme sind auf Komfort ausgelegt, nicht auf Sicherheit.

Identität

In der IT: ein Benutzerkonto mit allem, was daran hängt – Passwort, zweiter Faktor, Rechte, Geräte. Die Identität ist heute das, was Angreifer stehlen wollen; das Netzwerk ist zweitrangig geworden.

ISMS

Informationssicherheits-Managementsystem. Die organisierte, dokumentierte Art, Sicherheit im Unternehmen zu betreiben: Verantwortlichkeiten, Regeln, Prüfungen, Verbesserung. Für kleine Unternehmen meist überdimensioniert; die Grundgedanken – jemand ist zuständig, es wird geprüft, es wird dokumentiert – gelten trotzdem.

Managed Service

Eine IT-Leistung, die ein Dienstleister laufend erbringt und verantwortet – Betrieb, Überwachung, Updates, Support – statt auf Zuruf abgerechneter Einzelaufträge. Die Grundlage laufender IT-Betreuung.

MFA / 2FA

Mehr-Faktor- beziehungsweise Zwei-Faktor-Anmeldung. Zusätzlich zum Passwort ist ein zweiter Nachweis nötig: eine App auf dem Handy, ein Sicherheitsschlüssel, ein Fingerabdruck. Verhindert den Großteil aller Kontoübernahmen.

Monitoring

Die laufende Überwachung von Systemen: Ist der Server erreichbar, ist die Platte voll, ist das Backup gelaufen, gibt es Fehler. Ohne Monitoring erfährt das Unternehmen von Problemen zuerst von seinen Mitarbeitern.

NAS

Network Attached Storage – ein Speichergerät im Netzwerk für Dateien, oft von Synology oder QNAP. Für kleine Unternehmen ein gängiger Ersatz für den Dateiserver. Braucht Updates, Zugriffsschutz und ein Backup wie jeder Server.

Netzwerksegmentierung

Die Aufteilung des Firmennetzes in getrennte Bereiche – Arbeitsplätze, Server, Gäste, Drucker, Kameras –, zwischen denen die Firewall den Verkehr kontrolliert. Ein Vorfall im Gastnetz bleibt so im Gastnetz.

NIS2

EU-Richtlinie zur Netz- und Informationssicherheit, in Deutschland durch ein Umsetzungsgesetz in Kraft gesetzt. Verpflichtet Unternehmen bestimmter Sektoren ab bestimmter Größe zu Risikomanagement, Meldungen und Nachweisen – und wirkt über die Lieferkette auch auf kleinere Zulieferer.

Notfallplan

Die Antwort auf die Frage „Was tun, wenn?“ – auf Papier, außerhalb der Systeme, mit Telefonnummern, Reihenfolge und Zuständigkeiten. Siehe unser Notfallfahrplan für die ersten 24 Stunden.

Offboarding

Der geregelte Ablauf, wenn ein Mitarbeiter das Unternehmen verlässt: Konten sperren, Zugänge entziehen, Geräte zurücknehmen, Postfach übergeben. Am letzten Arbeitstag, nach Liste.

Patch / Update

Eine Korrektur des Herstellers, die Fehler behebt – sehr oft Sicherheitslücken. Die meisten erfolgreichen Angriffe nutzen Lücken, für die es längst einen Patch gab.

Passwort-Manager

Ein Programm, das Passwörter erzeugt, verschlüsselt speichert und ausfüllt – für das ganze Team, mit Freigaben statt Zetteln. Die einzige praktikable Art, überall verschiedene, lange Passwörter zu benutzen.

Phishing

Betrug per E-Mail, SMS oder Anruf mit dem Ziel, Zugangsdaten, Geld oder Zugriff zu erlangen. Erkennbar an der Mechanik – Dringlichkeit, ungewöhnliche Handlung, Link zur Anmeldung – nicht mehr an Rechtschreibfehlern.

Ransomware

Schadsoftware, die Daten verschlüsselt und Lösegeld verlangt. Angreifer sind meist Wochen vorher im Netz, kopieren Daten ab und verschlüsseln zuletzt auch die Backups, die sie erreichen können.

RAID

Ein Verbund mehrerer Festplatten, der den Ausfall einer Platte verkraftet. Schützt vor Hardwaredefekt, nicht vor Löschen, Verschlüsselung oder Fehlbedienung – deshalb kein Ersatz für ein Backup.

Rechtekonzept

Die dokumentierte Festlegung, wer worauf zugreifen darf – nach Rolle, nicht nach Person. Verhindert, dass der Praktikant die Gehaltslisten und der Vertrieb die Konstruktionsdaten sieht.

SLA

Service Level Agreement – die vertragliche Zusage eines Dienstleisters über Reaktionszeiten, Verfügbarkeit und Leistungsumfang. Ohne SLA gibt es keine verbindliche Reaktionszeit, nur Goodwill.

Sync

Die Spiegelung von Dateien zwischen Geräten und Cloud – OneDrive, Dropbox, Google Drive. Praktisch für die Zusammenarbeit, ungeeignet als Backup: Löschungen und Verschlüsselungen werden mitgespiegelt.

TOM

Technische und organisatorische Maßnahmen – der DSGVO-Begriff für alles, was personenbezogene Daten schützt: Zugriffskontrolle, Verschlüsselung, Backup, Schulung, Dokumentation. Bei einem Vorfall die erste Frage der Aufsichtsbehörde.

USV

Unterbrechungsfreie Stromversorgung – eine Batterie, die Server und Netzwerk bei Stromausfall für Minuten weiterversorgt und ein sauberes Herunterfahren erlaubt. Verhindert Datenverlust durch abrupten Ausfall.

VLAN

Virtual LAN – die technische Umsetzung der Netzwerksegmentierung: getrennte Netzbereiche über dieselben Kabel und Geräte, kontrolliert durch die Firewall.

VPN

Virtual Private Network – ein verschlüsselter Tunnel zwischen einem Gerät oder Standort und dem Firmennetz. Sichert die Verbindung, nicht das Gerät: Ein verseuchter Rechner bringt seine Schadsoftware durch den Tunnel mit.

Wiederherstellung (Restore)

Das Zurückspielen von Daten oder Systemen aus dem Backup. Der einzige Beweis, dass ein Backup funktioniert – deshalb wird sie regelmäßig geprobt, mit Datum dokumentiert.

Zero Trust

Ein Sicherheitsprinzip: Kein Gerät und kein Nutzer gilt als vertrauenswürdig, nur weil er im Firmennetz ist. Jeder Zugriff wird geprüft – Identität, Gerät, Kontext. In kleinen Unternehmen praktisch umgesetzt durch Zwei-Faktor-Anmeldung, bedingten Zugriff und Netzwerksegmentierung.

Was Sie mit den Begriffen anfangen

Nicht auswendig lernen. Beim nächsten Angebot die Wörter nachschlagen, die Sie nicht kennen, und dann eine Frage stellen, die Ihnen vorher nicht möglich war: „Sie schreiben Endpoint Protection – wer schaut bei Ihnen auf die Meldungen?“ Ein Dienstleister, der darauf eine klare Antwort hat, ist meist der richtige. Einer, der ausweicht, hat Ihnen gerade auch etwas gesagt.

Wenn Sie lieber gemeinsam durch ein Angebot oder einen Kundenfragebogen gehen wollen, ist das ein normaler Fall für das Erstgespräch. Wir übersetzen, und Sie entscheiden.

Wo steht Ihre IT gerade?

Im kostenlosen Erstgespräch (60 Minuten) sehen wir uns Ihre Situation an und sagen Ihnen, welcher Schritt als Erstes sinnvoll ist – ohne IT-Sprech und ohne Verpflichtung. Der IT-Sicherheitscheck entlang der Prüfbereiche der DIN SPEC 27076 ist der übliche Einstieg.