Was Unternehmen im September 2026 wissen sollten

Handwerker mit Tablet auf der Baustelle

Vier Dinge aus den letzten Wochen, die ein Unternehmen ohne IT-Abteilung wissen sollte. Nicht alles, was passiert ist – nur das, was Sie im September tatsächlich betrifft, und was Sie damit tun.

1. Die Sicherheitsabfrage, die keine ist

Das BSI hat am 4. September vor einer Angriffswelle gewarnt, die es „TerminalFix“ nennt. Der Ablauf: Eine Webseite zeigt eine angebliche Prüfung „Ich bin kein Roboter“ und bittet Sie, zur Bestätigung eine Tastenkombination zu drücken – Windows-Taste, dann Einfügen, dann Enter. Wer das tut, führt einen Befehl aus, der Schadsoftware nachlädt. Kein Anhang, kein Download, kein Klick auf eine Datei. Microsoft hatte die Masche Ende August beschrieben, das BSI berichtet inzwischen von betroffenen deutschen Institutionen, und dahinter steht laut den Meldungen eine Gruppe, die anschließend Ransomware ausrollt.

Was das für Sie heißt: Sagen Sie es diese Woche im Team, in einem Satz: Keine echte Sicherheitsabfrage verlangt, dass man Tasten drückt oder etwas einfügt. Wer so etwas sieht, schließt das Fenster und meldet es. Die Warnung selbst finden Sie beim BSI; ein ausführlicheres Beispiel steht in unserem Beitrag Phishing erkennen: 7 Beispiele.

2. Chrome: Update nicht aufschieben

Das BSI hat im Laufe des Monats für Google Chrome eine Warnung mit der Einstufung „hohes Risiko“ veröffentlicht – mehrere Schwachstellen, die sich über eine präparierte Webseite ausnutzen lassen. Chrome aktualisiert sich selbst, aber erst beim nächsten vollständigen Neustart des Browsers. Ein Rechner, der seit drei Wochen läuft und auf dem Chrome nie geschlossen wurde, hat das Update nicht.

Was das für Sie heißt: Browser einmal komplett schließen und neu öffnen, auf allen Rechnern. Oben rechts im Menü zeigt Chrome an, ob ein Update wartet. Dasselbe gilt für Browser, die auf Chrome basieren – Edge, Brave, Vivaldi.

3. 13. Oktober: Für drei Microsoft-Produkte endet der Support

Am 13. Oktober 2026 laufen gleich mehrere Fristen ab: Office LTSC 2021 bekommt keine Updates mehr. Windows Server 2022 verlässt den regulären Support und erhält nur noch Sicherheitsupdates. Und Windows 11 in der Version 24H2 endet für Home und Pro – wer nicht auf eine neuere Version aktualisiert hat, steht ab dann ohne Sicherheitsupdates da. Die Übersicht dazu pflegt Microsoft.

Was das für Sie heißt: Prüfen Sie, welche Windows-Version auf Ihren Rechnern läuft – Einstellungen, System, Info. Steht dort 24H2, muss das Update auf 25H2 vor dem 13. Oktober durch. Wer noch Office 2021 als Kaufversion nutzt, sollte den Wechsel auf Microsoft 365 oder eine neuere Version planen. Und wer einen Windows Server 2022 im Haus hat, hat noch Zeit, aber ab jetzt eine Frist.

4. Exchange im Haus: Ab Oktober wird es eng

Für Exchange Server 2016 und 2019 endet im Oktober 2026 auch der verlängerte Support, den Microsoft gegen Aufpreis angeboten hatte. Danach gibt es keine Sicherheitsupdates mehr – für ein System, das aus dem Internet erreichbar ist und in den letzten Jahren regelmäßig Ziel schwerer Lücken war. Zugleich schaltet Microsoft in Exchange Online ab Oktober eine alte Schnittstelle ab, über die manche Branchenprogramme und Archivlösungen noch Mails abholen. Einen guten Überblick gibt Günter Born.

Was das für Sie heißt: Wenn bei Ihnen noch ein eigener Exchange-Server läuft, ist das der Monat, in dem die Entscheidung fällt: Umzug zu Exchange Online, Wechsel auf die aktuelle Server-Version oder ein anderes Mailsystem. Ein Exchange ohne Updates am Netz ist keine Option, die wir mit ruhigem Gewissen betreuen würden. Und wenn Sie bereits in der Cloud sind: Fragen Sie den Hersteller Ihrer Branchensoftware, ob sie die alte Schnittstelle noch benutzt.

Und sonst

Nichts, was Sie diesen Monat zwingt. Wenn eines der vier Themen Sie trifft und Sie nicht wissen, wo Sie anfangen sollen, ist ein Erstgespräch der schnellste Weg. Die Fristen sind fest, die Lösungen meist kleiner als befürchtet.

Stand: Anfang September 2026. Sicherheitshinweise ändern sich; vor größeren Entscheidungen lohnt ein Blick auf die verlinkten Originalquellen.

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